Flucht aus Afghanistan

FlchtlingeIm Flüchtlingsheim Wilmersdorf habe ich in den letzten Monaten neue Menschen kennengelernt, insbesondere aus Afghanistan – weil es in Wilmersdorf eben viele Afghanen gibt. Und mit denen habe ich über Vieles gesprochen, auch über ihre Flucht.

Besonders die ganz einfache Frage: „Wie verläuft so eine Flucht eigentlich konkret?“ hat mich sehr interessiert. Ich konnte mir das einfach nicht recht vorstellen. Geht man den ganzen Weg zu Fuß? Immer im Dunkeln? Wird man gejagt? Muss man kämpfen? Wo schläft man? Und so fort.

Hier sind einige Antworten, die ich mit der Zeit gesammelt habe.

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Mein Recht im Netz – was steht in dem Buch?

Den Inhalt meines neuen Buches habe ich recht ausführlich in diesem Artikel vorgestellt.

Eine wirklich stark eingedampfte Kurzversion ist:

In „Mein Recht im Netz“ geht es um Online Konten oder digitale Identitäten, das ist ungefähr das gleiche. Wann immer wir uns irgendwo einloggen und so Zugang zu einem für uns speziell reservierten Bereich erhalten, nutzen wir ein Online Konto – oder nutzen eine unserer digitalen Identitäten.

Und von diesen „Dingern“, diesen Identitäten, haben die meisten von uns schon eine ordentliche Menge angesammelt: bei E-Mail-Providern, Banken, sozialen Netzen, Lieferanten, Spielen und so weiter.

Ich habe gerade mal für mich selbst gezählt: Wow! – über 150 solche Konten. Das klingt überzogen, aber wenn Sie alle Router, Handies und PCs, alle Autos, Schließfächer, PINs und Cloud Zugänge mal durchzählen, private wie geschäftliche – weit weg von 100 werden Sie wahrscheinlich auch nicht landen.

Um das Management, um die Organisation, Verwaltung und Dokumentation dieser Online Konten oder digitalen Identitäten, geht es in dem Buch.

Da die digitalen Identitäten intimst zu uns gehören, muss jede Dokumentation natürlich zu aller erst absolut wasserdicht sicher sein. Also ist Sicherheit ein großes Thema, Passwörter, Passwort-Safes, Verschlüsselung, Cloud-Services.

Aber auch der digitale Nachlass ist ein wichtiger Aspekt: wie übergeben wir diese Identitäten an Nachkommen? Nicht alles muss überhaupt erhalten bleiben, aber was konkret soll bleiben? Bei wem? Das ist gar nicht so einfach.

Wenn Sie das jetzt noch nicht neugierig gemacht hat, dann erfahren Sie mehr hier.

Und wenn doch – tja, dann könnten Sie das Buch auch gleich direkt bestellen. Am rechten Rand dieses Artikels ist ein Amazon-Link.

Sie werden es nicht bereuen.

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Flüchtlings-Kantine in Wilmersdorf

FlchtlingeHeute hatte ich Frühschicht in der Kantine, 7:00 bis 12:00. Ich war wieder beeindruckt, wie ruhig und gesittet es zugeht. Bin unsicher, ob junge Deutsche auch so freundlich und ordentlich wären. Klar, die Flüchtlinge haben Grund, dankbar zu sein. Und doch…

In der Früh kommen erst mal die Schulkinder mit Familie, gleich um 7:00. Wenn die durch sind, plätschert es dann so dahin bis etwa 10:00. In der letzten Stunde kommen dann noch einmal recht viele.

Die Arbeit ist nicht schwer, eher etwas langweilig. Jeder erhält sein Standard-Paket, kleines Frühstück plus Milch, Tee, Früchtetee oder Kaffee. Die wenigsten bitten um mehr, als pro Person kalkuliert ist.

Am spannendsten ist noch, welche Parolen die Schichtleitung so für uns verkündet. Da gibt es wohl eine große Bandbreite (zum Beispiel: Müll muss sofort entsorgt werden vs. Müll wird gesammelt und gestapelt, bis der einzige, der das darf, fürs Entsorgen Zeit hat). Heute morgen durften wir z.B. keinen Kakao ausgeben, weil die Schichtleitung den Flüchtlingen beibringen wollte, das Früchtetee besser ist. Keine Ahnung, ob das stimmt. Lustig wird’s, wenn die Schichtleitung morgen das genau umgekehrt sieht.

Ich frag mich, ob die Flüchtlinge über so was auch grinsen. Manche denken vielleicht: Kafka ist überall. Womöglich sind sie aber auch solche Anomalien von zu Hause gewohnt. Und so lange es nur Kakao ist…

Aber das sind ja auch nur einige drollige Erlebnisse am Rande. Wo Menschen arbeiten, menschelt es eben auch mal.

Im Prinzip geht es durch die Bank friedlich, freundlich und konstruktiv zu. Es ist immer noch viel Idealismus zu spüren.

Und zum Glück auch eine gute Portion Professionalität im Gesamtkonzept: Rathaus Wilmersdorf ist schon sehr gut organisiert. Man hört von anderen Orten (Spandau, Moabit), wo es wohl ein wenig turbulenter zugeht.

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Bester Handytarif für Flüchtlinge?

Die Stiftung Warentest hat eine Übersicht erstellt, welche Mobilfunk-Anbieter die günstigsten Tarife für welches Land anbieten. Für 14 Herkunftsländer von Flüchtlingen gibt es in dem Bericht Übersichten wie diese hier.

MobilfunkSo finden Flüchtlinge oder die, die ihnen bei der Suche helfen, schnell die Kosten für die Anrufe in die alte Heimat und das Telefonieren in Deutschland. Hier sollte der jeweils günstigste Handytarif dabei sein.

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Bürokratie und Flüchtlingshilfe

FlchtlingeNun war ich schon einige Male in meinem Rathaus Wilmersdorf um die Ecke, ich habe es wirklich nicht weit, mit dem Fahrrad 4 Minuten. Aber mein Ziel, irgendwie mit Familien und Kindern zusammen zu arbeiten oder besser: diese zu unterstützen, da bin ich noch nicht angekommen.

Doch das liegt an mir. Denn wenn ich mir die möglichen Einsatzbereiche anschaue auf der wirklich guten Seite Volunteer-Planner (Besuch zu empfehlen, viele Standorte aufgeführt. Man muss sich nur einmal kurz registrieren, geht ganz schnell) – also wenn ich mir da anschaue, was aktuell gebraucht wird, dann fällt schon mal ganz viel weg, weil ich nicht Kurdisch oder Farsi oder oder kann.

Und dann geht’s weiter: Für die Kantine brauche ich die weiße Karte des Gesundheitsamts (das ist die normale rote Karte für die Beachtung der Lebensmittelhygiene, nur gebührenbefreit für Ehrenamtliche). Und für die Arbeit mit Kindern muss ich das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis vorweisen. „Erweitert“, weil dann nicht nur im Vorstrafen-Register geschaut wird ob was vorliegt, sondern noch in irgendeiner anderen Datei, die kritische Vorfälle mit Kindern enthält. Keine Frage, „erweitert“ macht nur Sinn, muss sein.

Und so lange ich beides nicht habe und keine interessante Sprache spreche, bleibt eigentlich nur Spenden-Management.

Aber nun habe ich beide Dokumente, hurra! und der Weg dahin war interessant. Vielleicht geht den ja nochmal jemand, dann kann er sich unter anderem hier orientieren.

Weiße Karte vom Gesundheitsamt

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Flüchtlingshilfe – neue Freuden wie Hürden

FlchtlingeIn dieser kleinen Reihe berichte ich von meinen Erlebnissen bei der Flüchtlingshilfe. An dem Gerede darüber mag ich nicht teilnehmen, ich kann die Argumente alle nicht mehr hören. Was zählt ist konkretes Handeln. Und da bin ich jetzt eben angekommen.

Nach einer kurzen Orientierungsphase mit selbst gemachtem Kaltstart-Problem, bin ich einfach rein gesprungen in die Action: Im Volunteer-Planner registrieren, Einsatzort, -art und -schicht aussuchen, sich anmelden und dann auch wirklich kommen, das ist alles.

Hilfebereich Spenden-Verwaltung

So gelangte ich zur Spendenannahme und zur Aufräumtruppe für die Kantine. Gestern habe ich mir nun wieder die Spendenannahme gegeben, diesmal die Frühschicht.

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Flüchtlingshilfe ist machbar

FlchtlingeVon meiner kurzen Orientierungsphase in Sachen Flüchtlingshilfe habe ich im vorigen Beitrag berichtet.

Hier geht es jetzt ganz konkret zur Sache, denn gestern hatte ich meinen ersten Einsatztag. Die erste Aufgabe: Spendenannahme und Spendenvorsortierung im Rathaus Wilmersdorf.

Um 12:45 beginnt meine Schicht. Am Eingang Brienner Straße steht Security, man kommt nur rein mit Perso. Aber alles ist locker und freundlich. Beim Helfer Check-in ist es dann genauso, Umhängekärtchen mit Vornamen, weiter zur Koordinatorin Spenden-Management. Wir sind vier, ich bin der einzige Rookie.

Der Job besteht aus zwei Teilen:

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Flüchtlingshilfe – gar nicht so leicht am Anfang

FlchtlingeVor ein paar Tagen wurde mir plötzlich klar, dass ich bei der Flüchtlingshilfe irgendwie mitmachen muss. Was genau der Auslöser war, weiß ich nicht mehr, aber ich konnte diese Bilder und Berichte im Fernsehen nicht mehr anschauen ohne zu denken: was diese Leute aus Syrien, Eritrea oder Mali erlebt haben, muss so gruselig gewesen sein, da will ich wenigstens dazu beitragen, dass es hier nicht immer so weiter geht.

Also ging ich auf die Suche nach Orten und Institutionen, an denen Hilfe möglich ist.

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Reinstoff – ein Erlebnis

Das Restaurant Reinstoff liegt in Berlin Mitte und hat bereits 2 Michelin Sterne – mit dem Koch Daniel Achilles erworben. Wir waren Mitte Mai da und haben ein Sechs-Gänge Menü aus dem Angebot „weiterdraußen“ ausgewählt.

Das ist schon mal ungewöhnlich: Es gibt nur zwei große Menüs, eben „weiterdraußen“ und „ganznah“ mit 9 bzw. 7 Gängen, und aus einem von beiden pickt man sich seine 5 oder 6 Lieblinge zusammen – oder bestellt eben alles von A bis Z. Hinzukommt: Die Auswahl eines der beiden Menü-Angebote muss man mit frau abstimmen – das geht nämlich nur tischweise.

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ZERO – keine Nullnummer

Bis zum 8.6.2015 kann man die Ausstellung ZERO im Martin-Gropius-Bau in Berlin noch besuchen. Das ist nur zu empfehlen, diese Stunden sind gut angelegt.

Der Untertitel „Die internationale Kunstbewegung der 50er und 60er Jahre“ erscheint spontan etwas hoch und sogar daneben gegriffen – doch das ist er nicht. Spätestens beim Lesen im umfangreichen Katalog wird klar, wie einflussreich ZERO, diese Initiative dreier deutscher Künstler in den späten 50ern, der sich nach kurzer Zeit viele andere aus der ganzen Welt anschlossen, war. Von Mark Rothko wird berichtet, er habe sich nachträglich selbst für eine Art ZERO-Künstler gehalten – ohne zu dieser Gruppe gehört zu haben

Allererste Eindrücke zu den Exponaten erhält man hier, hier und hier, doch das sind wirklich nur Krumen: Die Ausstellung überschüttet den Besucher mit ihrer Objektmenge, fast verschüttet sie ihn.

Interessant und erhellend sind einige Ausschnitte aus einer hr-Produktion zu ZERO von Gerd Winkler aus dem Jahr 1962 mit dem etwas süffisanten Titel „0 x 0 = Kunst“.

In dem Film werden u.a. die drei Gründer von ZERO vorgestellt. Sie sind gerade beim Kunstschaffen, das der Off-Sprecher wohlwollend-ironisierend kommentiert und dabei auch einige Merkmale und Gestaltungs-Prinzipien der ZERO-Kunst vorstellt – gesehen mit den Augen der 60er Jahre.

Die drei Künstler mit Vimeo-Clip sind:

Das hat mir besonders an der Ausstellung gefallen:

  • Die völlige Bezuglosigkeit der Objekte zu irgendetwas Fremdem außer ihnen. Keine Landschaft, kein Körper, kein Akt und ebenso weder Erregung noch Problemlage oder Stimmung des Künstlers werden hier „wiedergegeben“.
  • Die Objekte sind für sich und den Betrachter. Sie laden ein zum drumherum gehen, zum Abstand suchen, nahe Herantreten, Warten. Zur Frage: wie wurde das geschaffen, in welcher zeitlichen Abfolge der Materialbehandlungen?
  • Die scheinbar unbefangene Zukunftsbejahung, der Glaube an die Weiterentwicklung durch Technik. Auch wenn ZERO viele Künstler in irgendeiner Form beeinflusst hat – es ist doch ganz eine Form der frühen 60er Jahre.
  • Die begleitende Literatur im inneren Lichthof und im Katalog. Sie macht bekannt mit neuen Sichtweisen und Begriffen, wie etwa Tachismus (ZERO ist gegen Tachismus).
  • Die Ausstellung hilft, Gegenwartskunst besser zu verstehen.

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