Saint Pierre Quiberon – einen Besuch wert

Port Haliguen heißt der kleine Ort mit dem großen Yachthafen an der ruhigen, den Atlantik-Winden abgewandten Südost-Seite von Quiberon. Nur wenige Kilometer nördlich von hier und noch ruhiger mit noch mehr Wattstrand liegt Saint Pierre Quiberon.

Dabei ist die Nachbarschaft rein räumlich zwar korrekt aber kommunal-organisatorisch ein Afront: Port Haliguen ist einfach ein Dorf in der Gemeinde Quiberon, Saint Pierre aber ist selbst Gemeinde, die „andere“ Gemeinde eben auf der Halbinsel.

Saint Pierre leidet darunter, nur für einen kleinen Vorort und Abklatsch des richtigen und großen Quiberon im Süden gehalten zu werden. Man hat durchaus Pfunde, mit denen man wuchern möchte: Die Nationale Segelschule, die angesehenere Kirche (hier ging sogar schon Jacque Chirac zur Ostermesse), der schönere Wochenmarkt, die (angeblich) wertvolleren Künstler, das ruhigere Bade-Meer, die wildere Cote Sauvage, all dies findet man in der Gemeinde Saint Pierre.

Wilde Küste

Wilde Küste

Milde Küste

Milde Küste

Ebbstrand, im Hintergrund Carnac

Ebbstrand, im Hintergrund Carnac

Erwähnenswert finde ich besonders, dass in Saint Pierre Quiberon ein kleines Feld von „Alignments“, von Megalithen, Hinkelsteinen steht. Es ist mit denen von Carnac keinesfalls vergleichbar. Die Alignments dort sind wirklich beeindruckend! Aber diese 23 Menhire machen auch schon was her.DSC_6314

23 Megalithen stehen einfach so rum auf einer Wiese

23 Megalithen stehen einfach so rum auf einer Wiese

Und dann ist da auch noch Francoise Zainal, an artist in residence, wie die Engländer sagen, eine quiberonesische Künsterlin.

Fran Zainal strahlt von innen. Ihre Energie spiegelt sich in ihren Werken wider. Starke Bilder, kraftvolle Farben, große Wellen, schöne Körper, viel Licht, viel Gefühl, viel Phantasie.

Die bretonische Künstlerin Fran Zainal

Die bretonische Künstlerin Fran Zainal

Doch seit gut einem Jahr malt sie nicht mehr. Sie hat sich auf kunstvollen Schmuck verlegt, insbesondere Bronze- und Silberarbeiten geht sie mit großem Geschick und viel Gefühl an. Ihr Atelier ist gleich am Strandhafen von Saint Pierre, Port Orange, mit Blick auf das gegenüberliegende Carnac.

Da sitzt sie mit ihrem Hut und Hund und mit viel guter Laune, schaut aufs Meer und arbeitet an ihren Werken. Fran sprich hervorragend deutsch, 6 Jahre hat sie in Berlin studiert und gearbeitet. Sie erinnert sich gern an die Zeit und überlegt, vielleicht irgendwann wieder dort zu wohnen. „Jedenfalls im Winter“, sagt sie, „im Winter bin ich nicht gern in Quiberon.“

Wer sie hier treffen will, sollte also im Sommer kommen.

 

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