Regionalparteien schaden Deutschland

Eine Übertreibung

Manchmal muss man kräftig übertreiben, um eine Schieflage zu erkennen. Man muss die Lage noch deutlich schiefer machen.

Stellen wir uns also einmal vor, in jedem Bundesland gründeten sich in der nächsten Zeit reine Regionalparteien. Eine Partei nur für Baden-Württemberg, eine andere nur für Mecklenburg-Vorpommern, eine für Bremen und so fort. Und weil diese Parteien sich ganz und ausschließlich auf ihr jeweiliges Bundesland konzentrieren und gar nicht größer, gar nicht national sein wollen, gewinnen sie schnell das Vertrauen der Bürger („Sachsen den Sachsen!“).

Schritt für Schritt gewinnen sie in immer mehr Bundesländern die Landtagswahlen und stellen den Ministerpräsidenten oder Bürgermeister. Das klingt vielleicht spontan etwas eigenartig, ist aber im Prinzip ja möglich.

Diese 16 Parteien gehen nun noch einen Schritt weiter und vereinbaren untereinander, dass sie bei der Bundestagswahl eine Fraktionsgemeinschaft bilden wollen, alle zusammen. Das klingt noch etwas eigenartiger, aber dass es im Prinzip funktioniert, führen ja im verkleinerten Maßstab CDU und CSU seit Jahrzehnten vor. Unsere 16 Parteien hier machen im Grunde nichts Anderes.

Ich nennen das im Folgenden den Regionalparteien-Trick.

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Ist die CSU verfassungskonform?

Verfassungsgericht, wir haben ein Problem!

Es entspricht nicht dem Geist unserer Verfassung, wenn eine Partei – konkret die CSU – bei nationalen Wahlen nur regional begrenzt auftritt und zur Abdeckung der anderen Gebiete mit anderen, regional komplementär aufgestellten Parteien informelle Dauerpartnerschaften schließt.

Möglicherweise lässt das Grundgesetz so etwas formal zu, aber dann nur, weil man die möglichen Folgen dieser Offenheit bei der Formulierung vor vielen Jahren nicht erkannt hat.

Diese Folgen sind mittlerweile eingetreten. Die Zusammenarbeit von CDU und CSU hat in den letzten Jahren einen Charakter angenommen, der für die Bürger nicht mehr erträglich und für die Republik schädlich ist. Jetzt im Juni 2018 kann man das Dilemma sogar in jeder Nachrichtensendung besichtigen. Im aktuellen Konflikt geht es gerade um die Asylpolitik.

Doch die Themen sind austauschbar, es geht eigentlich um viel mehr, nämlich um einen systematischen Missbrauch der Parteien-Zusammenarbeit durch die CSU zu ihrem und zum bayerischen Nutzen und zum Schaden der Republik.

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Limoncello zu Weihnachten

Seit einigen Jahren stelle ich zur Weihnachtszeit Limoncello her. Gerade nach einem schweren, würzigen Essen ist mir dieser süßlich-fruchtige, recht starke Alkohol (ca. 45%) ausgesprochen angenehm – wenn er sehr kalt serviert wird, das ist Pflicht.

Am besten, man kühlt auch die Likörgläser. Mehr als einen trinkt man kaum.

Ein gutes Weihnachtsgeschenk in einer netten Flasche ist er obendrein.

Ich stelle hier das Rezept dazu vor und gebe noch ein paar Tips.

Das Rezept

… für den Limoncello ist nicht von mir. Ich habe es hier bei Chefkoch.de gefunden. Es ist ein klares und gutes Rezept. Nur dass man die Schalen noch ausdrücken soll, nach dem sie 12 Tage in reinem Alkohol gezogen haben, ist Quatsch aus meiner Sicht. Die sind knochentrocken, mit Drücken geht da gar nichts.

Das Rezept geht von 10 Zitronen, 1l reinem Alkohol, 1l Wasser und 800g Zucker aus. Zusammen hat man also am Ende gut 2,5l Limoncello. Das ist für einen Haushalt fast zuviel. Oder anders gesagt: Das mit dem Verschenken bietet sich sozusagen an.

Im Übrigen ist das Rezept wirklich einfach, viel mehr als etwas Schälen, etwas Umfüllen, etwas Warten, etwas Erhitzen und etwas Rühren ist es nicht.

Und nun die Tips

  • Das Zitronenschälen geht deutlich leichter, wenn man die Zitronen ein paar Minuten in 40 Grad warmen Wasser anwärmt. Dann kann man leicht dünne Zesten spiralförmig  abschneiden. Ist die Zitrone kalt, werden das nur so kleine Stücke und es dauert viel länger (und nervt).
  • Man verwendet ja fast nur die Schale, erst ganz am Schluss, nach den 12 Tagen braucht man auch noch etwas Saft von einer Zitrone. Führt zu der Frage: was tun mit den geschälten Zitronen? Aufbewahren kann man sie geschält schlecht, und so viel Zitronencreme kann man gar nicht herstellen, wie das ergäbe. Ich presse sie alle aus, das ergibt ca. 0,6l Zitronensaft und fülle den dann in so Würfeleisboxen fürs Gefrierfach. Dann hat man immer einen Würfel Zitronensaft parat.
  • Reiner Alkohol kann teuer sein, besonders, wenn man ihn in der Apotheke kauft, der Hinweis im Rezept ist sehr berechtigt. Ich kaufe immer beim Online-Händler Weisshaus-Shop, der auch sonst ein interessantes Spirituosen-Sortiment hat. Die Verlockung ist zu groß, ein Whisky und ein Obstbrand werden dann meist gleich mitbestellt. Aber das hat mit dem Limoncello nichts zu tun.
    1l reiner Alkohol (96%) kostet dort 24€, das finde ich fair.
  • Der online bestellte Alkohol hat mehr als die 90%, die im Rezept angegeben sind – eben 96%. Das schmeckt man auch, der Limoncello wird so wirklich stark. Darum verdünne ich nach den 12 Tagen den Alkohol nicht mit 1l Wasser + Zucker, sondern mit 1,05l Wasser + Zucker.

Ich wünsche allen viel Spaß mit dem Rezept und Freude am Limoncello.

 

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Körper und Seele

Wir hatten wirklich Glück, dass wir uns Teströl és lélekröl, Körper und Seele, gleich zu Anfang der Berlinale ausgesucht hatten, und das gleich doppelt.

Ein etwas anderer Film

Denn erstens ist der Film hervorragend, eine völlig skurile und dabei doch wunderschöne Liebesgeschichte, einfühlsam erzählt mit viel psycholgischem Witz in einer martialischen Umgebung. Am schönsten fand ich die Andersartigkeit gegenüber den sonst üblichen filmischen Erzählstilen.

Ildikó Enyedi dreht meist mit ganz großer Blende, die Kamera-Augen weit aufgerissen sozusagen. Dadurch entsteht ein lustiges Spiel zwischen wenigen scharfen und vielen unscharfen Ebenen. Sie zeigt uns so viele überraschend neue Bilder in ganz alltäglichen und einigen auch nicht so alltäglichen Szenen.

Ebenso ist es in den Dialogen. Hier wird auch nicht jeder Zusammenhang so lange breitgewalzt und erklärt, bis auch der Letzte kapiert hat, wer gerade wen hochnimmt. Man muss schon hinschauen und hinhören.

Und schließlich die beiden Hauptfiguren. Wahrlich keine Abziehbilder und doch so sicher gespielt und verständlich in aller Fremdheit, dass man sie sehr schnell lieb gewinnt.

Körper und Seele geht an die Nieren, so sehr, dass gleich zwei Personen im Publikum schlapp machten. Der Film musste unterbrochen werden, Licht an, etwas Aufregung, Trage, Sanitäter, ein paar ungewisse Minuten, aber dann war wieder alles gut und es ging weiter.

Goldener Bär

Und natürlich ist es schön, den Siegertitel zu sehen, einfach, weil er es nun mal ist. Bei aller cineastischen Vorahnung, das hatten wir beim Kauf vor 10 Tagen wirklich nicht erwartet. Die Story klang einfach spannend und etwas schräg, darum hatten wir diesen Film ausgesucht.

Schwierige Sprache

Der Film wurde natürlich in der Originalsprache Ungarisch gezeigt, mit englischen und deutschen Untertiteln. Ich hab zur Sicherheit beide gelesen, dazwischen war mitunter ein ordentlicher Spannungsbogen.

Für eine deutsche Synchronisation dürfte der Film schon eine Herausforderung sein, lange Sätze wurden zum Teil extrem kurz übersetzt und ebenso umgekehrt. Es war ein wenig wie in der Studio-Szene in Lost in Translation.

Ob synchronisiert oder im Original: auf jeden Fall anschauen, wenn er in die Kinos kommt!

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Trump-Versteher

Trump-Versteher ≠ Trump-Verzeiher

Der neue US-amerikanische Präsident gibt Vielen Rätsel auf. Und sein Naturell ist so sprunghaft und unvorhersehbar, dass das auch noch lange so bleiben wird – vielleicht „for good“, der Mann ist immerhin 70 Jahre alt.

Aber Einiges kann man sich recht gut erklären. Ich liste hier ein paar Punkte auf, die mir nur folgerichtig erscheinen. Macht mich das zum Trump-Versteher? Wenn sie sich bewahrheiten: ja, in Teilen schon. Macht mich das zum Trump-Verzeiher? Keinesfalls!

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Was kann jemand, der ein Amt errungen hat, danach noch erreichen? Allgemein: das nächst höhere. Aber für den US-Präsidenten wird es damit eng. Der einzige noch erstrebenswerte Ruhmeskranz ist für ihn / sie die Wiederwahl. Und darum beginnt mit dem erfolgreichen Ausgang der ersten Wahl für alle Präsidenten der Kampf um den erneuten Sieg in 4 Jahren.

Donald Trump hat dieses politische Naturgesetz nicht entdeckt, er hat es nur ausgesprochen schnell umgesetzt. Gleich von Anfang an wollte und will er den Grundstein für anhaltenes Vertrauen bei den Wählern legen. Er und seine Leute haben sich darum gefragt, was besonders an diesem Vertrauen zehrt? Was wirft der gemeine Wahlbürger der verachteten Politikerkaste vor, warum verachtet er sie? Ganz vorne steht da (wie bei uns): Politiker versprechen im Wahlkampf viel und halten davon hinterher wenig. Dieser Effekt scheint fast ein weiteres politisches Naturgesetz zu sein.

Damit will Trump Schluss machen. „From now on“ wird alles anderes sein. Die Menschen erleben unmittelbar: Trump steht zu seinem Wort. Seine Gegner haben Unrecht, wenn sie ihm hohle Ankündigungen, leere Versprechen und generell Unaufrichtigkeit vorwerfen.

Nicht alles Neue funktioniert, wie versprochen, aber darum geht es auch gar nicht. Man könnte sogar fast an Zynismus glauben, wenn man etwa das Einwanderungsverbot für Muslime anschaut. Er hat das sofort per Dekret umgesetzt, wie angekündigt. Leider fiel ihm dann ein kleiner Richter in den mächtigen Arm.

Vielleicht war das gar nicht so unwillkommen, wie getan wird. Denn die Botschaft ist ja längst angekommen: Versprechen gehalten! Die faktische oder „objektive“ Wirkung des Dekrets (mehr Sicherheit) war immer sehr zweifelhaft und eben zweitrangig.

Perception is Reality

In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Mehrheiten haben in aller Regel je größer sie sind, einen umso niedrigeren Durchschnitts-IQ. Klingt arrogant, ist aber so. Schon Friedrich Schiller erkannte: Verstand ist immer nur bei Wenigen gewesen.

Wenn also die Mehrheit glaubt, dass aus Mexiko in erster Linie Diebe, Drogenschmuggler und Vergewaltiger über die Grenze in die USA kommen und dass die Deutschen den amerikanischen Wohlstand mit ihren BMWs widerrechtlich abgreifen – dann ist das in Amerika so. Der Aufschrei: „Stimmt doch gar nicht!“ geht da ins Leere.

So merkwürdig es vielleicht in diesem Kontext klingt: es ist ja erstmal kein schlechter Demokratie-Stil, solche Sichtweisen ernst- und also auch aufzunehmen. Genau das tut Donald Trump. Allerdings: Trump überspitzt sie auch demagogenhaft und formuliert pointiert Ansichten, die die meisten so noch gar nicht recht hatten.

Das Problem der ganz anders gearteten, deutschen Merkel-Politik ist, dass sie vielleicht faktisch „Recht“ hat und alternativenlos ist. Aber (post-)faktisch entfernt sie sich mehr und mehr von der „Volkswahrheit“. Zu Zeiten der Griechenlandkrise war das gut zu spüren. Es gab keinen ernst zu nehmenden parlamentarischen Widerstand. In dieser Zeit wurde die AfD geboren. Und in Zeiten der Flüchtlingsangst kriegte sie weiteres Oberwasser.

Wir haben lange der romantischen Sicht angehangen, zu den Erkenntnisprinzipien der Aufklärung (Rationalität, Objektivität, Wissenschaftlichkeit) gehört irgendwie automatisch das Verfassungsprinzip der Demokratie. Aber das ist Quatsch, spätestens seit Beginn des post-faktischen Zeitalters mit seinen alternativen Wahrheiten ist klar: Eine Demokratie kann genauso wilkürliche Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten gebären, wie eine Diktatur oder ein Feudalsystem.

Übrigens: Zu „post-faktisch“ passt gut auch „post-ethisch“. Spätestens mit Donald Trump begann eben auch das post-ethische Zeitalter.

America First

Um die Freund-Feind-Welt von Donald Trump zu beleuchten, schauen wir uns die Welt aus amerikanischer Sicht einmal an. Die USA sind weiterhin die No.1, ein wirtschaftlicher wie militärischer Riese. Aber kann man langfristig noch von „unangefochten“ sprechen?

Andere, kleinere Staaten machen unserem Riesen immer mehr den Platz streitig und schlimmer: mit immer mehr Erfolg. Trump will den Führungsplatz dauerhaft sichern, America first! Die konkreten Ansatzpunkte dafür sind recht übersichtlich und fast aus dem Lehrbuch.

Stärkung der Kernkompetenzen

Aus Trumps Sicht, sind das die Bereiche Militär, Bauwirtschaft, Finanzwirtschaft, Automobil und Energiewirtschaft. Er wird hier investieren, Steuern senken und Hürden abbauen. All dies geschieht bereits und wird noch deutlich zunehmen.

Direkte Handelshemmnisse, Zölle und Ähnliches, werden vermutlich eher verhalten eingesetzt, denn die Gefahr ist groß, dass die andere Seite reagiert, und das Ding nach hinten losgeht.

Abbau von vermeintlichem Ballast

Obamacare, generell Sozialsysteme, aber auch diverse Engagements im Bereich Entwicklungshilfe sind aktuell massiv gefährdet. Das Gleiche gilt für den Umweltschutz. Auch das US-Engagement in der UNO und angegliederten Organisiationen wird eher zurückgehen.

Die konkrete Politik wird diese Linie einhalten, aber es wird Alibi-Veranstaltungen geben, die einige Desaster auf PR-Ebene verhindern oder schwächen sollen. Vielleicht kommen zum Beispiel einige spektakuläre Deals mit afrikanischen Staaten zu Stande.

Aggressive Wettbewerbspolitik

Aus Trumps Sicht sind China und die EU die größten und langfristig gefährlichsten Feinde der USA. Beide gilt es zu schwächen oder zumindest ein weiteres Erstarken zu verhindern.

China

China ist wegen seiner schieren Größe gefährlich, der wachsenden militärischen wie wirtschaftlichen Stärke, des aggressiven Auftretens (besonders im Pazifik) und wegen seiner an Bodenschätzen orientierten „Kolonialpolitik“, insbesondere in Afrika. Will Trump nicht Einfluss in Asien verlieren, muss er die chinesische Expansion stoppen und womöglich auch zurückdrängen.

Europa

Die EU ist gegenüber den USA der deutlich größere Wirtschaftsraum. Bei fortschreitender Einigung und Integration erwächst hier ein Widersacher, mit dem man nicht mehr so leicht umspringen kann. Verhandlungen á la TTIP zum Beispiel würden doch mit Deutschland, Frankreich oder Italien jeweils alleine sehr viel einfacher verlaufen.

Trump fährt am besten, wenn er alle Auflösungsbewegungen unterstützt und die EU nachhaltig schwächt. Wirklich zerbrechen soll sie nicht, aber uneins soll sie bleiben. Hier zieht Trump an einem ähnlichen Strang wie Putin. Beide werden EU-feindliche Kräfte unterstützen.

Für die anstehenden Wahlen in Europa darf man eine aggressive Einmischung erwarten. Denn die Manipulation via digitale Medien beherrschen beide Seiten sehr gut. Obwohl Deutschland eine Schlüsselstellung einnimmt und wirtschaftlich wie politisch der gefährlichste Feind innerhalb der EU ist, wird man eher in Frankreich und Italien ansetzen. Wenn hier anti-europäische Kräfte ans Ruder kommen, ist Deutschland ausreichend isoliert. In Deutschland genügt es, Martin Schulz zum Kanzler zu machen.

Die NATO wird Trump weiter nutzen, einmal, um die Russen in Schach zu halten und außerdem, um finanziellen Druck auf die anderen Mitglieder auszuüben (gebt mehr für Rüstung aus!). Schwächen wird er die NATO nicht wirklich, das könnte sonst im Baltikum oder Balkan für ihn teuer werden.

Russland

Den großen Gegenspieler aus den Zeiten des kalten Krieges fürchtet Trump allerdings kaum noch. Die Russen wurden schon von Ronald Reagan in die Knie gezwungen. Die Wirtschaft ist marode, das Militär nur sehr bedingt einsatzbereit und das Führungssystem viel zu zentralistisch für dieses Riesenreich.

Man muss sie im Auge behalten und darf keine Schwäche zeigen, aber punktuell kann man mit ihnen auch kooperieren, etwa gegen IS und Taliban.

Lernkurve

Es ist gut möglich, dass manche der hier skizzierten Sichten mit der Zeit neu eingefärbt und sogar gedreht werden. Aber das wird ein paar Monate dauern. Bis dahin sollten wir uns auf wenig freundliche Signale aus Washington einstellen. Machen wir uns nichts vor: Deutschland steht ganz oben auf der Liste der Länder, deren Einflussbereich eingeschränkt werden soll (schon weil Obama Angela Merkel so lobte).

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Il Trovatore im Kino

(cc) David Woo

Oper im Kino?

Seit einiger Zeit kann man Inszenierungen des Royal Opera House in London, Covent Garden, als Life-Stream in einem Kino „um die Ecke“ sehen.

Solche Aufführungen werden dann zeitgleich in knapp 1.000 Kinos rund um die Welt gezeigt. (Das Bolschoi Ballett hat ein ähnliches Angebot).

Aktuell gesehen

Gestern, am 31.1.2017, war wieder so ein Tag. Gezeigt wurde Il Trovatore von Verdi.

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Die Blumen von gestern

Die Blumen von gestern“ sollte man sich anschauen.

Der Plot ist zwar recht konstruiert und nimmt auch noch am Ende Wendungen, die „erzähltechnisch“ oder vom Spannungsbogen her nicht notwendig sind. Doch für ein vollständiges Bild ist das durchaus korrekt.

Vollständiges Bild von was? Von unserer nicht abschüttelbaren schuldig-unschuldigen Verstrickung in die Sünden „unserer“ Nazi-Deutschland-Großväter. Von unserer betroffenen Kultur des Bewältigens, Aufarbeitens, Abschüttelns, das-muss-auch-irgendwann-mal-ein-Ende habens, Leugnens.

Dieser Kultur der in den letzten 50 Jahren didaktisch wertvoll geläuterten und mehr oder weniger immer noch reuigen Täter und ihrer Kinder und Enkel steht spiegelverkehrt gegenüber die der überlebenden Opfer und Opfer-Nachfahren. Sie ist nicht minder komplex verdreht, authentisch-unaufrichtig, neurotisch, aufgesetzt unbekümmert und ehrlich depressiv.

Mit einem Wort: Das ganze ist schlicht hochgradig pervers. So pervers, dass man schon dauernd aus der Haut fahren und Zähne einschlagen oder sich umbringen kann.

Und das genau zeigt uns Chris Kraus. Manchmal dürfen wir dabei sogar lachen, wie befreiend!

Ja, die Story ist etwas sehr konstruiert, aber die Schauspieler zeigen uns Personen, die in diesem künstlichen Raum durchaus folgerichtig handeln. So verhaltensauffällig, gestört und nervtötend exaltiert Lars Eidinger seinen Toto auch anlegt – es ist nur konsequent (und mitunter recht komisch dazu). So sprunghaft, launisch, mutwillig, manchmal zickig, manchmal depressiv Adéle Haenel auch ihre Zazie zeigt: so muss sie eben sein.

Im Übrigen sind die Stimmungswechsel, die Frau Haenel von einer Sekunde auf die andere in die Kamera zaubert, schon alleine ein Grund, den Film zu sehen.

Mein Fazit

Die Blumen von gestern ist ein schöner Film, ein sehenswerter Film, aber am Ende doch auch ein reiner Kopf-Film. Er verzaubert nicht, beschwingt oder verstört nicht und gibt nicht wirklich Einblick in unbekannte Lebenswelten oder realistische neue Gefühlsräume. Dazu sind alle Figuren ein wenig zu „over the top“, zu sehr aus Figurendruckerei.

Spaß macht der Film trotzdem, das ist doch schon mal was.

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La La Land – nicht mein Film

Ich hatte mir wirklich fest vorgenommen, La La Land nicht schon aus Prinzip doof zu finden. Es ist so billig, Hoch-Gelobtes zu dissen! Aber sorry – es muss einfach.

Eigentlich geht’s ja schon beim Titel los. Mag sein, dass das auf Amerikanisch gut klingt, auf Deutsch kling es bescheiden, jetzt mal ehrlich. La-li-lu klang da ja sogar besser.

Dann die Story: wirklich die schlichteste Liebesgeschichte, die man sich denken kann. Nun muss ein Musikfilm natürlich auch nicht einen Anna-Karenina-Plot haben, schlicht und einfach darf es sein, muss es vielleicht sogar. Doch dann sollte man sich der Schlichtheit bewusst sein und nicht die trivialsten Probleme ausdehnen, bis die 120 Minuten gut voll sind. Oder anders gesagt: Das Teil hat massiv Längen.

Die Schauspieler sind auch nur 50% perfekt gewählt. Emma Stone passt gut, Ryan Gosling ist nicht ideal. Okay, er kann tanzen (sie auch!), insbesondere in der langen Szene weit am Anfang. Die ist wirklich klasse, mit viel Schwung und Herz getanzt. Hätte ich nicht gedacht, dass er es dermaßen drauf hat. Seine echten Schauspieler-Qualitäten darf er allerdings nur in der einen großen Streitszene zum Ende hin ausleben. Die übrige Zeit liegen seine Talente eher brach.

Das schlimmste ist: La La Land ist einfach langweilig. Die Musik begeistert nicht, beide können nicht singen und ihre seichten Dialoge sind eben – seicht. Es wird ein wenig über Hollywoods Kunst gefachsimpelt (auch über Jazz) und das Ganze spiegelt sich im Cine-Glamour von Los Angeles. Jeden Schauspieler oder irgend sonstwie am Filmemachen Beteiligten dürften Story wie lokale Atmosphäre im Herzen berühren. Man philosophiert über die eigene Zunft und leidet an den eigenen Daseinsbedingungen. Das kann vielleicht erklären, warum der Film so viele Golden Globes erhielt. La La Land hat die Jury nach allen Regeln der Kunst eingewickelt.

Aus einem Musikfilm muss man summend rausgehend, aus einem Tanzfilm tänzerisch. Nach La La Land summt und tanzt niemand. Wenn der Film irgendwann vielleicht im TV kommt, schau ich ihn mir jedenfalls bestimmt kein zweites Mal an.

 

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Leinwand-Tagebuch: diese Filme habe ich gesehen

CC pixabay.com

Was ist das hier?

Ich gehe oft ins Kino, so ungefähr einmal in der Woche. Manchmal schreibe ich was darüber, mal in diesem Blog, mal auf meiner Facebook-Seite. Das ist mir á la long aber zu rhapsodisch, zu zerfleddert.

Jetzt soll eine Tabelle her, in der ich die gesehenen Filme der Reihe nach eintrage, den frischesten immer zu oberst. Das nenne ich dann „Leinwand-Tagebuch“.

Wenn ich zu einem einzelnen Film außerdem noch ausführlicher was schreiben will – okay, muss nicht, aber kann. Ein Eintrag im Leinwand-Tagebuch ist Pflicht.

Noch ein paar Vorbemerkungen

  • Das Sortierkriterium ist das Datum, die Spalte „gesehen“. An dem Tag habe ich den Film gesehen.
  • Die Einträge in der Spalte „Seite / Link“ verweisen jeweils auf eine Webseite zu dem Film, also mal die eigene Seite, mal Wikipedia, mitunter auch mal ein Beitrag in Movie Pilot.
  • In der Spalte „Urteil“ steht meine Gesamtbewertung. So alles ab Note 7 aufwärts ist aus meiner Sicht sehenswert. Und alles ab Note 4 abwärts sollte man meiden.
  • Die Tabelle habe ich mit dem WP-Plugin „Tables by Subsystic“ erstellt. Auswahlkriterium: viele gute Bewertungen und kompatibel mit meiner WP-Installation. Besonders begeistert bin ich aber nicht. Ich muss wohl noch etwas üben, damit umzugehen.
  • U.a. wird die Tabelle noch nicht richtig als Tabelle angezeigt, eigentlich soll sie quer mit nur einer Überschriftszeile. Möglicherweise muss ich dazu erst mein Theme „twenty-ten“ anpassen. Immerhin: Lesbar ist es ja, nur nicht besonders schön.

Leinwand-Tagebuch

Leinwand-Tagebuch
Name des Films Original- Name Prod. - Jahr Regie Seite / Link Gesehen Urteil 1-10 Kommentar
Wonder Wheel Wonder Wheel 2017 Woody Allen https://de.wikipedia.org/wiki/Wonder_Wheel 13.2.18 7 Wieder ein schönes kleines Kammerspiel, von denen Woody Allen schon so viele erzählt hat. Ja, suspense ist da, aber doch immer etwas angestaubt, man weiß irgendwie, was kommt, was kommen muss. Kate Winslet zum Niederknien, Licht und Kamera dito, Justin Timberlake erstaunlich gut, aber sonst ist eben alles recht vorhersehbar.
Die dunkelste Stunde The darkest hour 2017 Joe Wright https://de.wikipedia.org/wiki/Die_dunkelste_Stunde 11.2.18 5 Gary Oldman ist immer ein wenig overacting, ein wenig zu grell geschminkt, so auch hier. Aber trotzdem sehr faszinierend zu sehen. Und sonst? Eine kleine Politikerkaste ist feige, aber die Engländer als Nation sind furchtlose Helden. Gegen Nazi-Deutschland und nun auch gegen Brüssels Europa? Brauchen sie das jetzt in diesen dunklen Stunden 2018 und 2019? Sieht so aus.
Three billboards outside Ebbing, Missouri Three billboards outside Ebbing, Missouri 2017 Martin McDonagh https://de.wikipedia.org/wiki/Three_Billboards_Outside_Ebbing,_Missouri 9.2.18 10 Dumme, böse, brutale Rassisten gibt es in der amerikanischen Provinz. Und wunderbar einfühlsame, kluge, lernfähige, witzige eben auch. All das mit viel Gefühl und Selbstironie gespielt, gedreht, erzählt: bestes Kino!
Der seidene Faden Phantom Thread 2017 Paul Thomas Anderson 3.2.18 9 Eine kraftvolle Handlung mit vielen Überraschungen, faszinierende Charaktere, authentische Darsteller, schöne Bilder - alles gut.
Der andere Liebhaber L’amant double 2017 Francois Ozon https://de.wikipedia.org/wiki/Der_andere_Liebhaber 27.1.18 8 Alle filmischen Psycho-Horror-Klassiker werden sauber zitiert. Das macht einfach Spaß zu gucken. Alles stimmt, Plot, Regie, Darsteller, Kamera. Warum keine 10? Ein bißchen zuviel deja vu vielleicht, vor lauter Zitaten geht die eigenständige Story etwas verloren.
Der Man aus dem Eis Der Man aus dem Eis 2017 Felix Randau https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann_aus_dem_Eis 9.1.2018 8 Spannend, direkt, einfach, unterhaltend und ohne dummes Gelaber. Gute Schauspieler, gute Regie, sehr guter Ton, sehr schöne Bilder. Hat richtig Spaß gemacht, anzuschauen. Besonders überraschend für mich: ein absolut überzeugender, authentischer Jürgen Vogel.
Voll verschleiert Cherchez la Femme! 2017 Sou Abadi http://www.filmstarts.de/kritiken/250462.html 7.1.2018 1 Dümmlich-alberner Plot voller Klischees rund um den Islam und den Islamismus. Dass Frankreich ein Islam-Problem hat, wundert nicht.
Der letzte Jedi The last Jedi 2017 Rian Johnson https://de.wikipedia.org/wiki/Star_Wars:_Die_letzten_Jedi 28.12.2017 4 Eben Star Wars. Eigentlich ist jeder Film der Serie blöd und trivial. In diesem sind sogar die Effekte pappig. Unbelievable: Das Bügeleisen von Raumpatrouille ist wieder augetaucht! Und der Böse Hauptdarsteller ist sowas von eine Fehlbesetzung. Aber eben auch: Star Wars. Und das entschuldigt. Sonst wäre es eine 1.
Meine schöne innere Sonne Un beau soleil interieur 2017 Claire Denis http://www.zeit.de/2017/52/meine-schoene-innere-sonne-juliette-binoche 22.12.2017 3 Das, was ich verstanden habe, war banal, und den Rest habe ich nicht verstanden. Binoche spielt gut, aber reicht das für einen Film? Depardieu wird am Schluss eingeführt, wie eine Sondermeldung der Tagesthemen. Nein, kein guter Film. Nur wegen der Hauptdarsteller keine 1.
Zwischen zwei Leben The Mountain Between Us 2017 Hany Abu-Assad https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischen_zwei_Leben 18.12.2017 7 Spannend, unterhaltend, schön zu schauen und sehr angenehm: nicht postmodern überdramatisiert. Auch unterhaltend: Kate Winslet spielt Idris Elba an die Wand. Dessen zentrales Problem war wohl, ob sein Schal nach dem Absturz des Flugzeugs noch gut sitzt. Ja, er sieht gut aus, aber auch noch nach einer entbehrungsreichen Woche in verschneiten Bergen?
Eine Bretonische Liebe Ôtez-moi d'un doute 2017 Carine Tardieu http://www.kino-zeit.de/filme/eine-bretonische-liebe 14.12.2017 6 Ein einfacher französischer Liebesfilm mit einfachen französischen Verwicklungen. Aber Boulevard muss es geben, Kino darf nicht voll verkopft sein.
Mord im Orient Express Murder on the Orient Express 2017 Kenneth Branagh https://de.wikipedia.org/wiki/Mord_im_Orient-Express_(2017) 10.12.2017 5 Wenn man hervorragende Schauspieler durch gute ersetzt und dann an der Story praktisch nichts ändert: wo soll da die Unterhaltung herkommen? Der Film kommt an die erste Version mit Peter Ustinov nicht heran, da helfen auch keine visual Tricks. Virtuell verschneite Karpaten beiben eben virtuell verschneit. Und Kenneth Branagh liebt offensichtlich sich selbst zu sehr und den Plot zu wenig.
The Square The Square 2017 Ruben Östlund Kritik in "Die ZEIT" 3.12.2017 9 Fesselnde, tragikomische Gesellschaftssatire, dargestellt in einem herrlich subtilen Surrealismus. Obwohl man oft schmunzelt, bleibt das Lachen doch im Hals stecken. Zu bedrückend ist der Unterton. Kommt hoffentlich auch noch im TV, möchte ich gerne noch einmal sehen.
Aus dem Nichts Aus dem Nichts 2017 Fatih Akin Interview mit dem Regisseur in "Die ZEIT" 28.11.2017 7 Spannend und wirklich gut gespielt, aber irgendwie nicht ultimativ packend oder berührend.
Gauguin Gauguin 2017 Edouard Deluc 11.11.2017 4 Der Film macht keinen Spaß, hat weder richtigen Anfang noch Ende und zeigt kein fernes Licht im Tunnel der Armut. Trotzdem gefiel mir einiges (sonst wäre es keine 4): Zuerst die schauspielerische Leistung. Vincent Cassell wirkt unglaublich authentisch. UInd auch die "Entzauberung" des Künstlers: man kann durchaus ein Genie sein und doch ein egomanischer Armleuchter. Das wussten wir schon, aber es wurde noch nie so schön gezeigt. Soll man sich den Film anschauen? Nein, eher nicht.
Happy End Happy End 2017 Michael Haneke 12.10.2017 7 Ruhige Kamera, gutes Spiel, zum Teil fast lustige Szenen bei allem Ernst, aber doch, aber doch: eine etwas schleppende Story für eher übersichtliche Erkenntnisse.
Logan Lucky Logan Lucky 2017 Steven Soderbergh 9.10.2017 8 Eine schlöne, unprätentiöse Geschichte, in der mit Ansage alles gut geht, und doch schaut man gespannt hin, wie das nun genau geschafft wird. Ocean's Eleven geht also auch mit Trotteln.
Blade Runner 2049 Blade Runner 2049 2017 Denis Villeneuve 8.10.2017 5 Totaler Kult - aber nicht meiner. Irgendwie bestimmt klasse und Wahnsinn, doch ich bin zwischendrin eingeschlafen. Alles ist sehr wichtig und ernst, das Leben, die Geburt, die Menschheit, die Liebe, der Sinn, ja, da brummt einem vor lauter Bedeutsamkeit mitunter der Kopf.
The Party The Party 2017 Sally Potter 20.9.2017 8 Fast ein Kammerspiel mit lauter interessanten Figuren und einem verblüffenden Schluß, Sehr gute Unterhaltung!
Rückkehr nach Montauk Rückkehr nach Montauk 2017 Volker Schlöndorf 18.4.2017 8 Schöne Bilder, die lange im Kopf bleiben, aber eine Botschaft, die schwer zu entziffern ist. Keine Botschaft? Einfach nur: so lieben alte Männer? Will ich nicht glauben.
Sleepless Sleepless 2017 Baran Bo Odar 14.3.17 2 Einfach nur doof. Kinderdrehbuch, aber sehr viel Gewalt. Technisch okay, darum nicht nur 1 Punkt.
Fences Fences 2016 Denzel Washington 7.3.17 3 Zu schlicht. Denzel Washington ist eben Schauspieler, nicht Regisseur. Er wäre gern großer Mime, der auch mehrdimensionale, anspruchsvolle Rollen bändigt, aber da fehlt dann doch ordentlich was. Schade.
The Salesman Forushande 2017 Asghar Farhadi 28.2.17 8 Hochinteressant, vielschichtig, künstlerisch, aber doch auch problematisch. Genau genommen ist die ganze Riesen-Mega-Verwicklung auf die Unbedachtheit einer Frau zurückzuführen. Ist das die Botschaft dahinter?
Lion Lion 2016 Garth Davis Seite bei rotten tomatoes 23.2.17 6 Schöne Schauspieler, schöne Bilder, aber eine total absehbare Geschichte mit 0,0 Überraschungen.
Körper und Seele Teströl és lélekröl 2016 Ildikó Enyedi Meine Vorstellung in diesem Blog 19.2.17 10 Ein würdiger Gewinner der Berlinale. So sieht ein guter moderner Liebesfilm aus. Intelligent, mit viel Humor, unbekannten Bildern und liebenswerten Figuren.
Django Django 2016 Etienne Comars Seite der 67. Berlinale 16.2.17 6 Der Mann steht für seine Musik, die ist toll, aber dahinter kommt dann nicht mehr viel. Auch ein sehr wohlmeinender Film macht aus ihm keinen Helden.
Il Trovatore Il Trovatore 2017 David Bösch Meine Beurteilung in diesem Blog 31.1.17 10 Life-Stream aus dem Royal Opera House in London. Die Oper selbst, die Inszenierung, die Stimmen, das Bühnenbild - alles ganz ausgezeichnet.
Jackie Jackie 2016 Pablo Larrain Wikipedia-Seite 30.1.17 8 Eine Anleitung zum Aufbau posthumen Ruhms. Sehr überraschend wie überzeugend erzählt der Film, wie Jackie die Bilder, die wir nun so viele Jahre kennen, erst inszenierte.
Hell or High Water Hell or High Water 2016 David Mackenzie Seite bei Rotten Tomatoes (engl.) 25.1.17 9 Ehrlich, spannend, solide Action und ein wenig Tiefgang, gut gedreht, erzählt, gecastet und gespielt.
Manchester by the Sea Manchester by the Sea 2016 Kenneth Lonergan Seite bei Rotten Tomatoes (engl.) 25.1.17 10 Wahnsinn! Da passt wirklich alles! So authentisch, so bewegend, so komisch, so traurig. Angucken!
Einfach das Ende der Welt Juste la fin du monde 2016 Xavier Dolan Eigene Webseite des Films 24.1.17 7 Familien-Drama mit mega anstrengenden Figuren, die einfach zu verletzte und vernarbte Geschichten miteinander haben / hatten, um noch normal kommunizieren zu können. Sehr ehrlich, man kennt das alles (vielleicht nicht ganz so grell), aber es nervt eben auch gehörig. Cannes Gewinner, okay.
Personal Shopper Personal Shopper 2016 Olivier Assayas Seite von Moviepilot 24.1.17 8 Gruselfilm ohne religiösen oder mystifizierenden Überbau. Der Grusel ist auch recht verhalten, aber okay gemacht. Hat mich unterhalten, aber nicht wirklich beeindruckt.
Ballerina Ballerina 2016 Eric Summer, Eric Warin Englischsprachige Wikipedia Seite 21.1.17 6 Nett animierter, recht sanfter Trickfilm für fast jede Altersgruppe, kaum Gruseleffekte, mit Disney-mäßigen Gags und der Standard-Moral: Bleib deinem Traum treu. Für Kids okay.
Die Blumen von gestern Die Blumen von gestern 2016 Chris Kraus Mein Beitrag in diesem Blog 17.01.17 8 Die Story ist ein wenig anstrengend, weil recht konstruiert. Aber das Thema ist klasse aufbereitet und umgesetzt: Wie pervers ist eigentlich unsere Nazi-Vergangenheits-Betroffenheits-Bewältigungs-Kultur?
La La Land La La Land 2016 Damien Chazelle Meine Kritik in diesem Blog 12.01.17 4 Blasse Handlung und eher flache Musik. Erhebliche Längen. Fasziniert nicht.
Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki Hymyilevä mies 2016 Juho Kuosmanen Wikipedia Seite 10.01.17 7 Sympathischer Anti-Rocky. Einfach ein netter Kerl, der sein Mädchen liebt und die Show hasst. So wie der Mann ist auch der Film, nett, unaufgeregt, geradeaus ohne Pathos. Sehr angenehm.
Die Taschendiebin The Handmaiden 2016 Park Chan-wook Wikipedia Seite 07.01.17 9 Unterhaltsam und kunstvoll, lustig und ernst, spannend und erotisch. Ein paar Längen. Insgesamt aber sehr gut.
Nocturnal Animals Nocturnal Animals 2016 Tom Ford Wikipedia Seite 05.01.17 9 Spannend, überraschend, dichte Atmosphäre, gut erzählt. Nicht alle Rollen perfekt besetzt. Insbesondere die Bösewichter sind irgendwie zu nett (sonst wäre es Note 10).
Das unbekannte Mädchen La fille inconnue 2016 Luc Dardenne Movie-Pilot Seite 15.12.16 8 Nachdenkliche, etwas moralisierende Geschichte. Schnörkelfrei inszeniert, erfreulich zu schauen.
Das Land der Erleuchteten The Land of the Enlightened 2016 Pieter-Jan de Pue Movie-Pilot Seite 13.12.16 6 Dokumentation über afghanische Kriegskinder. Interessant, gibt Einblicke in eine völlig andere Kultur, Landschaft, Gesellschaft, Lebensart.
Paterson Paterson 2016 Jim Jarmusch Deutsche Homepage 11.12.16 7 Film mit recht flachem Spannungsbogen - und trotzdem gute Unterhaltung auf hohem Niveau. So ruhig wie der Film ist auch die Hauptfigur.

 

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Im fernen Osten: ein Lied vom Russisch-Japanischen Krieg

Als ich ein kleiner Junge war, sang mir meine Mutter gelegentlich Lieder vor. Meist waren es einfache Kinderlieder, aber ich erinnere auch ein schaurig-schönes, das ich besonders gern hatte. Es handelt von einem russisch-japanischen Liebespaar, das der Krieg zusammenführte und auch wieder trennte.

Ich habe dieses Lied nicht im Internet gefunden, nur Auszüge auf der Seite einer fränkischen Forschungsstelle für Volksmusik.

Hier stelle ich jetzt den mir bekannten vollständigeren Text vor und auch die Melodie, zu der meine Mutter das Lied gesungen hat.

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